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„Weibliche Gesundheit – marginalisiert“

„Weibliche Gesundheit – marginalisiert“ Posted on 29. September 2023

„In den Wechseljahren leiden Frauen sowohl gesundheitlich als auch psychisch. Trotzdem streitet die Fachwelt seit Jahrzehnten, ob eine Hormontherapie hilfreich oder schädlich ist. Warum gibt es keine neuen Forschungen?“

Das ist der Einstieg eines Artikels über das Thema „Wechseljahre“, der am 19. Juli in der Berliner Zeitung erschienen ist. Die Autorin Mechtild Blankenagel, Jahrgang 1964, ist als systemische Beraterin für Paare, Familien und Einzelpersonen in Berlin tätig. Die promovierte Juristin schreibt auch Romane, Kurzgeschichten und Essays. In diesem Artikel schildert sie als sehr stark Betroffene, wie allein gelassen sie sich mit der ganzen Problematik fühlt.

Sie beklagt zu Recht: „Worüber niemand spricht: Die Frauen bleiben – trotz zahlreicher Bücher zum Thema – mit ihren Nöten weitgehend sich selbst überlassen, denn der Grad der Verunsicherung nimmt zu, je mehr Informationen man sammelt.“

Die Frage, wieso es zu dieser großen Unsicherheit bei den Fragen in punkto Hormone kommt, beantwortet sie selbst: „Dies liegt meines Erachtens daran, dass sich die Fachwelt seit Jahrzehnten uneins ist, wenn es um die Frage geht, was die Frauen gegen ihre Beschwerden tun können. Die eine Fraktion befürwortet – unter Berücksichtigung der Kontraindikationen – die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, die andere Fraktion ist dagegen und warnt davor. Wie kann es sein, dass zwei offenbar unversöhnliche Lager völlig gegenteilige Dinge empfehlen?“

Liebe Frau Blankenagel, Sie haben so recht. Ich frage mich das auch – täglich.

Dieser Abschnitt gefällt mir besonders: „Wo bleiben valide Leitlinien? Wie kann es sein, dass sich Gegner immer noch auf eine über 30 Jahre alte Studie berufen, die weder etwas mit Wechseljahren noch mit bioidentischen Hormonen zu tun hatte? Warum werden zu bioidentischen Hormonen keine Studien aufgelegt? Und wenn es sie gibt, warum erfahren sie weniger Aufmerksamkeit als die WHI-Studie? Wann findet die Ärzteschaft zu einer hinreichend belegten, einheitlichen Linie? Die Haltung ,Da muss die Frau ab 40 eben durch‘ grenzt fast an Zynismus und führt dazu, dass unsere Gesellschaft Millionen Frauen im Regen stehen lässt.“

Liebe Frau Blankenagel, ich bin so was von Ihrer Meinung und es tut mir leid, dass es so ist, wie es ist.

Auch das Schlusswort von Frau Blankenagel kann ich nur unterstreichen und bestätigen und ich verstehe auch nicht, wieso hier die Politik nicht etwas macht: „Da Frauen in der Lebensmitte einen beträchtlichen Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung stellen, ist die Marginalisierung als ,normales Altern‘ schon ökonomisch betrachtet ein Unding. In Zeiten, in denen jede erdenkliche Personengruppe ihr Recht auf Beachtung geltend macht, ist es unerträglich, dass ein kollektiver Zustand des Wegschauens auf dem Rücken jeder einzelnen Frau ausgetragen wird. Weibliche Gesundheit wird degradiert zur Glück- und Privatsache. Und das ist ein politischer Skandal, wenn auch, leider, keine Überraschung: Die Medizin hatte eben jahrhundertelang nur den männlichen Körper im Blick, weil Generationen von Medizinern der Meinung waren, die Frau funktioniere wie ein Mann, nur dass sie manchmal eben etwas ,hysterisch‘ sei.“

Danke, Frau Blankenagel für diesen wichtigen Einblick in Ihre Erfahrungen. Sie sind nicht allein, es gibt in Deutschland aktuell neun Millionen Frauen zwischen 45 und 55 Jahren, die sich in den Wechseljahren befinden.

Und nun? Ja, es muss was getan werden und damit haben wir Frauen begonnen.

Anlässlich des Weltmenopausentages am 18. Oktober 2023, werden, auf Einladung der Unionsfraktion, unter Schirmfrau Diana Stöcker im Deutschen Bundestag, wir, eine Gruppe von Aktivistinnen (#wirsind9millionen) aus Ärztinnen, Autorinnen, Expertinnen und Wechseljahres-Influencerinnen durch die Initiative der Journalistin und Bestseller-Autorin Miriam Stein und der Gynäkologin und ebenfalls Bestseller-Autorin Dr. Sheila de Liz, mithelfen, dass das Thema Wechseljahre in der Politik mehr Aufmerksamkeit bekommen wird.

Über 9 Millionen Frauen in Deutschland sind zwischen 40 und 55 Jahren alt und somit vermutlich in den Wechseljahren, medizinisch der Perimenopause bzw. frühen Postmenopause. Etwa 2/3 der Frauen leiden unter Beschwerden, circa 1/3 davon unter schweren Beschwerden. Diese Beschwerden verursachen Schadensfälle in der Arbeitswelt und multimorbide Patientinnen in der Zukunft. Trotz dieser bemerkenswerten Zahl wird das Thema weitgehend ignoriert. Das soll sich ändern.

Der Titel der Veranstaltung wird lauten:

„Oh Meno – Frauen mittendrin

Warum wir über die Wechseljahre sprechen müssen“

Es wird ein prominent besetztes Expertinnen-Panel geben. Zusammen mit der Schirmherrin Diana Stöcker, MdB, CDU, diskutieren Bestsellerautorin und Gynäkologin Dr. Sheila de Liz (Woman on Fire), Schriftstellerin Ildikó von Kürthy (Morgen kann kommen), Gynäkologin Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft und der Obmann der Unionsfraktion, Georg Kippels, MdB, CDU, unter der Moderation der Journalistin und Autorin Miriam Stein (Die gereizte Frau) die gesellschaftliche und politische Relevanz der Wechseljahre für alle im Rahmen eines Parlamentarischen Abends, offen für alle demokratischen Fraktionen. Das Schlusswort wird Dorothee Bär, MdB, CSU, halten. Ich hoffe sehr, dass wir so dazu beitragen können, dass sich bei dem Thema „Wechseljahre“ für die Frauen einiges zum Guten ändern wird.

Wichtig ist, dass Abgeordnete kommen. Wenn Sie also mithelfen möchten, dass möglichst viele Politiker von uns über die Bedeutung der Wechseljahre für unsere Zukunft in diesem Land aufgeklärt werden, dann schreiben Sie an die Abgeordneten in Ihrem Wahlkreis.

Mehr Infos gibt es bei Miriam Stein unter @miriamyungmin und miriamyungmin@gmail.com.

Abgeordnete können sich bei der Abgeordneten Diana Stöcker anmelden unter diana.stoecker@bundestag.de.

Link zur Informations-Website der Initiative #wirsind9millionen: hier

Link zum Artikel von Mechtild Blankenagel in der Berliner Zeitung: hier